Hallo Garcia Lorca
Respekt, und ich hoffe, Du bist Dir bewusst was Dich bei dieser Arbeit erwartet (ist nicht böse gemeint – aber da ich ja nicht wissen kann, inwieweit Du dich bereits mit diesen Auffangstationen beschäftigt hast – erwähne ich es nur vorsichtshalber).
Welche Orte Dir dafür empfohlen werden könnten?... Ehrlich …. Keine.
Die Arbeit in diesen Häusern ist alleine schon sehr anstrengend und nichts für schwache Nerven dazu kommen die von Dir genannten Orte, die ich Dir persönlich ebenfalls nicht gerade für einen humanitären Einsatz (ohne bereits vorher genügend Erfahrungen gesammelt zu haben) empfehlen würde.
Aber ich versuche es einmal der Reihe nach.
---Als Humanitärer Helfer, und wenn man in einer religiösen Einrichtung mitarbeiten möchte, benötigt man eine spezielle Aufenthaltsgenehmigung (musst bereits in Deutschland bei der Botschaft beantragt werden)
---Im Umfeld dieser Häuser wirst Du öfters mitbekommen, dass die Migra und die Polizei nicht gerade „zimperlich“ mit den Migranten umgeht. Einmischung kommt einer Ausweisung Deinerseits gleich – also musst Du in der Lage sein, „Zähne zusammen zu beißen“ und nicht zu reagieren.
----Du wirst auch mit sehr viel Elend in Berührung kommen. Zum Beispiel in Tapachula wirst Du schwerste körperliche Verletzungen durch „die Bestie“ (so wird der Güterzug Richtung al norte genannt) zu Gesicht bekommen. Naja, nicht umsonst heißt der Zug auch „el tren de los muertos". Wie bereits gesagt, bei dieser Arbeit musst Du wirklich harte Nerven haben. Ich erwähne dies lieber im Vorfeld, als das man nachher total geschockt ist.
---- Tecún Umán wird von der kath. Kirche geleitet.
----In Tecún Umán und Tapachula gibt es immer wieder einmal Probleme mit
Coyotes und den
Mareros, die sich unter die Migranten mischen (sie sehen in jedem Migranten einen potentiellen „Kunden“ und mit denen ist nun wirklich nicht zu spaßen).
Viel besser sieht es bei den anderen Orten auch nicht aus.
--- Die Häuser in Mexiko werden von der Congregatio Scalabriniana geführt. Das ist normal. Viele humanitäre Hilfsprojekte werden in Mexiko von religiösen Institutionen geleitet. Der Scalabriniana-Orden gehört zur kath. Kirche und wurde speziell für die Hilfe von Migranten gegründet. In den Häusern geht es bezüglich der Religion nicht extremer zu als in anderen religiös geführten Häusern und humanitären Organisationen auch.
--- In Tapachula leitet die Caritas ebenfalls ein Projekt für Migraten:
http://www.mexico-mexiko.com/viewtopic. ... 250#p70250Möchte Dich wirklich nicht entmutigen, aber Du brauchst für diese Arbeit mehr als starke Nerven, darfst Dich in keinerlei Weise an politische Aktivitäten beteiligen und musst in der Lage sein, bei vielen Dingen die Du siehst nicht zu reagieren. Wenn Du das kannst, dann würde ich sagen „Prima, dann versuche es“. Wenn nicht, dann würde ich Dir wirklich vorschlagen, in einem anderen Hilfsprojekt mitzuwirken. Aber die Entscheidung kannst nur Du alleine treffen.
Wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück für Dein Vorhaben und mein Respekt, dass Du Dich für andere Menschen einsetzten möchtest, ist Dir auf alle Fälle sicher.
Liebe Grüße
Christa