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Curanderos

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Curanderos

Beitragvon Tina » Fr 13 Dez, 2002 19:28

Hat jemand von Euch schon persönliche Erfahrungen mit den mexikanischen curanderos oder Schamanen gemacht???? Dieses Thema interessiert mich brennend - habe schon einiges u.a. über die curanderos y brujos in Catemaco und die Yaquí in Sonora gelesen und würde gerne Berichte aus 1. Hand hören...
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Curanderos und andere "medizinische Wunder" in Mex

Beitragvon Monimex » Mo 27 Jan, 2003 23:11

Kennst du das Buch von Elena Avila "Curandera" (Eine mexikanische Schamanin berichtet)?
Es ist wirklich lesenswert und sehr spannend geschrieben.
So - aber jetzt zu deiner eigentlichen Frage. Also einen modernen Curandero hat meist auch eine medizinische Vorbildung (wie diese Frau von den oben erwähntes Buch auch handelt). Meine beste Freundin aus alten Mexikotagen ist seit 10 Jahren mit so einen Curandero zusammen und er ist von Haus aus praktischer Arzt, mit einen Zusatzstudium im Psychologie. Er hatte irgendwann mal seine Weltanschauung um 180° gedreht und verabreicht heute nur noch Kräuter, Bachblüten-Tinkturen, Sitzungen im Rauch, Rasseln usw. und dazu noch etwas Akupunktur.
Er hat eine richtige Praxis mit zwei Angestellten und einen freiberuflichen Masseur.
Ich kenne viele Freunde in Mexiko die nur zu solchen Ärzten gehen und sie fahren alle recht gut damit.
Alfonso hatte mal eine Atemnot-Attacke (Streß, Smok, Erkältung und hinzu kam noch, das er damals noch geraucht hatte) - zum Glück wohnte meine Freundin und dieser "Curandero" unter uns und er kam sofort hoch. Wir mußten alle raus aus dem Zimmer (die Tür blieb aber offen) und Juan fing an ihn mit Zureden, Rauch, einen komischen Kräuteraufguß und ich weiß nicht noch was wieder auf die Erde zu bringen. Innerhalb von 5 bis 10 Minuten war Alfonso locker und entspannt.

Ich hatte mal in Deutschland was mit Nierensand zu tun gehabt und landete deshalb für 1 Woche im Krankenhaus. Das gleiche Problem hatte ich in Mexiko noch mal aber es ging dort ohne Krankenhaus über die Bühne. Eine dieser Kräutertanten auf den Mercados gab mir "pelo de maiz", den ich ein paar Tage aufgoß und literweise trank. Die Schmerzen gingen weg und das ganz ohne Krankenhaus usw.

Ich habe einen tierischen Respekt, was die mexikanische Kräutermedizin betrieft. Hier ein anderes Beispiel: meine schweizer Freundin (Reiseleiterin) war mit einer Gruppe in Oaxaca und in dieser Gruppe gab es eine Frau mit einem ganz schlimmen Hautausschlag an den Händen. Dies erzeugte die Aufmerksamkeit einer alten Indianerin und sie schleppte die Beiden zu einer Kräuterfrau auf dem Mercado. Von ihr bekam die geplagte Frau eine Salbe aus Blüten und Kräutern. Noch während der Rundreise ging ihr Hautauschlag zurück und sie bestellt noch heute regelmäßig diese Wundercreme aus Oaxaca.

Noch so eine Wundercreme ist "Concha Naca" (gibt es in sogenannten alternativen Apotheken oder von Frauen, die sie selbst herstellen und an Ständen verkaufen. Soviel ich weiß ist in dieser Creme gemahlene Muschelschalen und sonst noch was drin. Diese Creme hilft supergut beim verheilen von Narben (so lange sie nicht gar so alt sind) - die Haut wird regelrecht abgeschliffen und gebleicht und man behält eine weniger auffällige Narbe, als wenn man sie nicht genommen hätte. Habe selbst sehr gute Erfahrung damit gemacht.
Zuletzt geändert von Monimex am Mo 12 Mai, 2003 18:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Gast » Di 28 Jan, 2003 13:42

Hi Moni,
vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht und den Buchtipp. Elena Avila kenne ich noch nicht, ich werde es mir gleich besorgen - genau das was ich gesucht habe! :D
Ich habe vor kurzem einen Bericht über eine Klinik in Tijuana gesehen, die, mit der traditionellen indianischen Heilkunde in Verbindung mit der herkömmlichen Medizin die tollsten Erfolge erzielen. U.a. einen an Darmkrebs erkrankten Deutschen, dem man hier noch 1 Jahr gegeben hat! Sehr beeindruckt hat mich die Energiearbeit des Curanderos - d.h. energetische Blockaden lösen, die Hauptursache von entstehenden Krankheiten sein soll.
Wäre ganz toll, wenn noch mehr Erfahrungsberichte zusammenkämen! :D
Liebe Grüße, Tina
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Stimmt leider...

Beitragvon Monimex » Di 28 Jan, 2003 20:11

Stimmt leider, daß sich die Deutschen Krankenkassen immer noch strikt gegen alternative Heilmethoden sperren - ob sie den Patienten Linderung oder gar Heilung bringen interessiert sie nicht.
Zuletzt geändert von Monimex am Di 22 Jul, 2003 17:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon cabronsito » Fr 07 Feb, 2003 20:36

Auch in den "hochzivilisierten" Staedten México´s ist es gang und gaebe , sich alternativ heilen zu lassen. Letztes Bsp. in meinem Umfeld: Mein Schwager mit Frau und Kindern , die (einige werden sich erinnern ;-) ) waehrend des vergangenen Erdbebens ziemlich mitten drin waren , kamen mit einigen Problemen aus ihrem Urlaub zurueck. Vor allem die Kinder und nachts. Jedes noch so kleine Geraeusch liess die Kleinen anfangen zu schreien.
Vor einer Woche ungefaehr waren sie dann zum curar...besser gesagt die gute Frau wurde von meinem Schwager zu Hause abgeholt , weil sie kein Auto hat. Eine scheinbar ganz normale , nette Frau. Nichts geheimnisvolles oder gar hexenhaftes an ihr. Bei der Prozedur war ich nicht dabei.
Aber scheinbar hat´s geholfen........
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Beitragvon sasais » So 11 Mai, 2003 22:25

bei meinem letzten besuch in mexico, der leider schon längere zeit zurückliegt, hat mich ein mexikanischer freund, der leider inzwischen an einem herzinfarkt verstorben ist, zu einem curandero mitgenommen. hatte bis lang häufig migräne und fühlte mich ziemlich mies. dieser alte mann zerstampfte die blätter mir unbekannter Pflanzen in einem mörser und strich mir den brei auf stirn und nacken. Zusätzlich wurde noch ein stark rauchendes feuer aus Kräutern angzündet, das ich einatmen musste. jedenfalls hab ich seitdem nicht mehr so viel ärger mit meinen kopfschmerzen. javascript:emoticon(':roll:')
Rolling Eyes
habe hier gott sei dank einen doc, der alternativen Methoden gegenüber aufgeschlossen ist, und manches bei der Krankenkasse dreht.
mit freundlichen grüßen
sabine
Lieber von Picasso gemalt, als vom Leben gezeichnet.
Bis zum 26. Oktober wieder in Deutschland
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Mexikanische Heiler im Kampf gegen Diabetes

Beitragvon Tina » Do 03 Jul, 2003 10:10

Traditionelle Heiler im Hochland von Mexiko verwenden gegen Diabetes speziell zubereitete Heilpflanzen. Nach jahrelangen Untersuchungen können nun Forscher der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bestätigen, dass diese Arzneimittel hochwirksam sind. Außerdem haben die Pflanzenmischungen nur wenige Nebenwirkungen. Jetzt sollen diese Präparate in Mexiko sogar in einer Fabrik produziert werden, die Anti-Diabetes-Kapseln auf pflanzlicher Basis produziert.Die traditionellen mexikanischen Heiler erkennen Diabetes am Geschmack. "Wenn der Patient die entsprechenden Symptome hat - starker Durst, Harndrang, Müdigkeit, Gewichtsverlust -, testet der Heiler, ob Blut oder Urin süßlich schmecken", berichtet Helmut Wiedenfeld, Wissenschaftler am Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. "Wenn die Heiler süßen Geschmack feststellen, steht die Diagnose fest. Im mexikanischen Hochland sind in Dörfern teilweise acht von zehn Erwachsenen zuckerkrank", so der Experte. Gründe für die hohe Zahl an Diabetes-Fällen, die meisten leiden unter der so genannten Typ-II-Diabetes, vermuten die Forscher in der falschen Ernährung und Veranlagung. Behandelt werden die Patienten mit einer Mixtur aus verschiedenen Heilpflanzen. In ersten Versuchen hatte der Bonner Experte die Pflanzen an zuckerkranken Ratten getestet. Das Ergebnis war allerdings nicht erfolgreich. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt häufig in der Zubereitung", erklärt Wiedenfeld, der im Hochlanddorf Xochipila die Schamanen bei der Aufbereitung der Arznei beobachtet hatte. Der Heiler versetzt die Arzneipflanze beispielsweise mit Mais oder anderen Zutaten und lässt die Mischung einige Zeit stehen. "Molekulare Scheren" im Mais zerschneiden dabei Inhaltsstoffe der Anti-Diabetes-Pflanze in kleinere Bruchstücke. Diese wirken gegen die Zuckerkrankheit.Aus dem Gemisch gewinnt der Heiler ein Getränk, das er "Agua de Uso" (Wasser zum täglichen Gebrauch nennt). Die Patienten müssen davon einen halben Liter täglich trinken. Den Bonner Forschern ist es gelungen, Kapseln mit der pulverförmigen Wirksubstanz herzustellen. Die ersten klinischen Versuche sind bereits im Gange. Bei Erfolg wird das traditionelle Wissen auch im eigenen Land vermarktet. "Die Bauern erhalten eine Abnahmegarantie für gesammelte oder angebaute Arzneipflanzen", so Wiedenfeld. Dass die Entwicklung von neuen Diabetes-Medikamenten eine wichtige Rolle für das mittelamerikanische Land spielt, ist auch der Weltgesundheitsorganisation WHO klar. Die Experten fürchten, dass bis 2025 jeder siebente Mexikaner an Diabetes leidet. Das wären insgesamt fast 12 Mio. Betroffene. Auch die traditionellen Heiler wissen, dass richtige Ernährung Diabetes vorbeugen kann. "1993 wurde im Hochland von Mexiko ein neues Dorf entdeckt. Eine der ersten Errungenschaften der Zivilisation war ein bekanntes zuckerhaltiges Erfrischungsgetränk", berichtet Wiedenfeld. Der Dorf-Schamane sieht den immensen Pro-Kopf-Verbrauch des süßen Getränks sehr kritisch. "Er empfiehlt seinen Diabetikern inzwischen, auf die zuckerfreie Light-Version umzusteigen."

*Bonn (pte), 11. Juni 2003
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Beitragvon Christa » Di 22 Jul, 2003 1:01

Hallo Tina,
Nun, ich kann Dir nicht nur von Heilbehandlungen berichten sondern sie sogar mittels Röntgenbilder belegen.
Aber zuerst einmal zu curanderos und Schamanen.
Was mich persönlich betrifft, so gebe ich mich nur in die Hände von einem Schamanen ( am besten ein Schamane mit Stimme = ist ein Schamane der sein inneres Lied gefunden hat)und nicht von curanderos. Bitte, nicht falsch verstehen. Es gibt auch gute, aber wenn es um meine Gesundheit geht wähle ich natürlich nur das Beste und das hat sich in bezug zu Schamanen mehr als bewährt.
Für die curanderos ist genau wie für die Schamanen der Körper ein komplexer Organismus in dem das Sein in allen seinen Manifestationen wohnt: dem Körperlichen, dem Emotionalen, dem Mentalen und Spirituellen. Auch benutzen die curanderos die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser. Der Curandero übernimmt als Naturheiler ohne fachliche Ausildung die Aufgaben eines Mediziners. Das Wissen der Curanderos wächst durch die eigene Erfahrung und Berufspraxis. Die Heiler tauschen aber auch in Netzwerken ihre Erkenntnisse aus. Zudem spezialisieren sich die Curanderos auf unterschiedliche Disziplinen wie beispielsweise rituelle Reinigungen, Heilungen mit Pulce, dem vergorenen Saft der Agave, Aussaugungen oder Massagen. Gute curanderos ernennen sich nicht selbst sondern werden durch die Gemeinde anerkannt.
Die Ausbildung der Schamanen dagegen kann bis zu 15 Jahren dauern. Bei den schamanistischen Ritualen verlässt die Seele des Heilers den Körper, um sich auf die Suche nach dem Krankheitsauslöser oder der verlorenen Seele des Kranken zu machen. Dazu versetzt sich der Schamane mit Hilfe verschiedener Techniken wie Trommeln oder halluzinogenen Substanzen in Trance. Grundvoraussetzung ist eine starke Persönlichkeit, da es dem Schamanen sonst nicht gelingt, aus dem transzendentalen Zustand zurückzukehren.
Bedingt dadurch, das die Familie meiner Freundin aus Schamanen besteht sowie im Rahmen einer Ausbildung habe ich sehr viel sehen, lernen, erleben und erfahren dürfen/müssen. Dabei waren Dinge, die mein Verstand sich geweigert hat aufzunehmen, da es nach unserem Weltbild so etwas doch "gar nicht gibt".
In meiner Zeit mit den Schamanen habe ich unter anderem zwei Heilbehandlungen ( mit Erfolg!!) bekommen die nach dem Stand unserer Medizin nicht möglich sind. Obwohl sie per Röntgenbild nachweisbar sind.
Nach einem schweren Autounfall stand ( unter anderen Verletzungen) im Raum, das meine rechte Hand abgesetzt werden muss oder ich mich ( um die Hand zu erhalten) immer wieder neu operieren lassen muss. Keine schöne Diagnose. Bevor ich wieder nach Mexiko gefahren bin wurde bei einer Untersuchung festgestellt, das sich in der Hand Knochen verschoben hatten und noch so einige Dinge. Da dies sehr schmerzhaft war, sollte ich sofort nach meiner Rückkehr operiert werden. Nun, nachdem mich ein Schamane in Mexiko behandelt hat, war keine OP mehr nötig . Die Schmerzen waren weg und die Knochen ... nun ja, die waren ( ohne Gips, ohne OP oder dergleichen) gerichtet. Meinem Chirurgen ist das Röntgenbild bald aus der Hand gefallen. Auch wenn man das vielleicht noch irgendwie erklären kann so ist die zweite Behandlung schon ( laut meines Chirurgen) etwas wie ein medizinisches Wunder und man kann es nicht erklären. Durch den Unfall war unter anderem meine rechte Hand komplett zertrümmert (quasi nur noch "Matsch") und man hat während einer OP ( 14 Stunden) die zu rettenden Knochen mittels Spikerdrähte zusammengefügt. Viele Knochen ( die nur noch zerriebene Bruchstücke waren wurden entfernt. Kurz und gut. Die Hand war noch dran aber nicht mehr zu gebrauchen und steif. Durch fehlende Knochen usw. sowie eine Versteifung war eine Drehbewegung der Hand absolut ( weder passiv noch aktiv) möglich. So, warum schreibe ich Dir das. Weil jetzt etwas unglaublich wundervolles geschehen ist. Nachdem der Schamane meine Hand mehrmals behandelt hat, kann ich die Finger fast wieder normal bewegen , kann damit schreiben und arbeiten und kann die Hand wieder komplett nach rechts und links drehen . Habe nur noch minimale Einschränkungen und keine Schmerzen mehr. Aber, und jetzt kommt es, obwohl ich es mache, die Ärzte sich immer und immer wieder davon überzeugten, ist es anatomisch überhaupt nicht möglich!!!! Das wurde auch in einem Gutachten so festgehalten. Die Ärzte sagen mir zwar das sie es mit ihren eigenen Augen sehen aber sie könnten es nicht erklären weil es eigentlich gar nicht möglich ist. Aber ich mache es.
Neben der Heilbehandlung hat mir mein Schamane beigebracht, wie ich nur mittels Willen etwas verändern kann. Ich musste mir immer und immer wieder vorstellen, das meine Hand "gesund" ist und ich sie wie vor dem Unfall gebrauchen kann.
Jemand, der nichts von meiner Hand weiss, käme nie auf die Idee das diese"normalerweise" steif wie ein Brett sein müsste. Aber sie lebt. Ist wieder gut durchblutet, hat eine normale Hautfarbe und bis auf ganz wenige Prozent voll funktionsfähig.
Wie gesagt, ich habe bei den Schamanen Dinge erlebt, wofür das Wort Wunder nicht mehr ausreicht.

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Beitragvon Forelle » Di 22 Jul, 2003 1:26

Chriasta, du berichtest hier von unglaublichen Geschichte. Das ist wirkich faszinierend. Es fällt mir schwer, das zu glauben. Wow! 8O :)

Heike
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Beitragvon Christa » Di 22 Jul, 2003 1:55

Hallo Heike,
ja, ich weiss das dies schwer zu glauben ist aber mit so etwas würde ich Niemals Scherze machen.
Habe auch lange, lange gezögert bis ich diesen Beitrag geschrieben habe.
Aber bei allem was mir lieb und wertvoll ist, das ist die Wahrheit und du kannst Dir jederzeit die Hand selbst anschauen. Ich weiss nicht mehr, wie viel Ärzte mittlerweile meine Hand begutachtet haben. Bis zur Behandlung durch meinen Schamanen wurde meine Hand bereits 19 mal operiert (Habe jeden einzelnen OP Bericht vorliegen) . Die Hand wird praktisch nur durch unzählige Narben ( die man Gott sei dank nicht direkt sieht = wurde in der Hand- und plastischen Chirurgie operiert) und Knochenmarksentnahme aus dem Beckenrand zusammengehalten und , entgegen der Anatomie, funktioniert sie wieder prima. Selbst mein Krankengymnast ist aus allen Wolken gefallen und schaut meine Hand immer wie ein "Wunder" an.
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Danke!

Beitragvon Tina » Mi 23 Jul, 2003 13:35

Hi Christa,

ich danke Dir vielmals für Deinen ausführlichen Bericht und Deine Offenheit! Im Gegensatz zu Heike fällt es mir nicht schwer Deinem Bericht glauben zu schenken, da mir im Laufe der Jahre immer mehr bewusst wurde, dass nur weil viele Dinge nicht sichtbar sind, es noch lange nicht heisst, dass sie nicht existieren - meiner Meinung nach ist diese "verkümmerte" Wahrnehmung jedoch ein Merkmal unseres Kulturkreises, leider - und einer der vielen Gründe warum mich die mexikanische Kultur so magisch anzieht....Ich wünsche mir sehr, dass ich diese Erfahrung irgendwann ganz bald machen darf!!!

Ganz liebe Grüße,

Tina
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Beitragvon Forelle » Mi 23 Jul, 2003 19:05

Hallo Christa,

ich wollte nicht als Ungläubige erscheinen, die zum Beweis die Hand sehen muss. da glaube ich dir wirklich. Es fällt nur schwer, zu glauben, dass dieses möglich ist, wenn ich es nicht selbst mal erlebt habe (das muss nicht heissen, dass ich alles SEHEN muss. Daher würde ich sehr gerne ein solches oder ähnliches Erlebnis mal persönlich machen wollen! Deine Berichte machen wirklich neugierig.

Ich bin tatsächlich, wie Tina meint, dann zu sehr auf unser Kulturkreis geprägt, aber offen, auch mal andere Erfahrungen zu machen und mich eines anderen belehren zu lassen. :)

Auf jeden Fall: Der Schamane hat dir (endlich) helfen können. Das ist doch, was zählt! --- Über die Gründe können wir später"nachdenken, wenn wir denn wollen. :)
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Beitragvon Thomas » Mi 23 Jul, 2003 21:03

Hallo Tina,

so wie Du es hier schreibst klingt es etwas merkwürdig.
Du wünschst Dir sehnlich bald die Heilkräfte eines Schamanen selbst einmal kennenzulernen?
Wer wünscht sich denn selbst wegen dieser Erfahrung freiwillig krank zu werden? :wink: :lol:
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Beitragvon Tina » Do 24 Jul, 2003 13:16

Hi Thomas,

denke schon, dass ich einen triftigen Grund habe für meinen Wunsch .hatte ich auch erwähnt in einem der früheren Beiträge zu diesem Thema :wink:
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Beitragvon Thomas » Do 24 Jul, 2003 14:12

Sorry liebe Tina,

ich wollte Dich nicht verletzen. Doch aus dem Blickwinkel eines Lesers, der nicht alle Beiträge und Profile im Detail im Auge hat, lasen sich Deine Zeilen halt merkwürdig. Zumal ich den Beitrag des Gastes im obigen Teil dieses Forums, erst jetzt, nach Deinem Hinweis, mit Dir in Verbindung bringe.

Ich wünsche Dir, dass die Erwartungen, die Du in eine solche Behandlung setzt auch erfüllt werden. Doch warum sollte sich nicht einmal mehr die Überlegenheit der "Naturheilkunde" auch bei MS beweisen. Nur weil die Krankenkassen bislang in der Regel lieber teure Therapien mit chemischen Mitteln finanziert haben? Aber auch bei diesen setzt langsam ein Umdenken ein und die Pharmaindustrie hat bereits seit ein paar Jahren ihre Forschungen auf diesem Gebiet erheblich intensiviert.

Im übrigen glaube ich selbst nicht nur an diese Heilkräfte, ich konnte sie in Mexiko in Ermangelung eines anderen Arztes am Urlaubsort wiederholt sogar schon erfahren. Wenn auch nicht bei einer so schwerwiegenden Erkrankung. Christas Zeilen über ihr persönliches Wunder können aber auch hier Mut machen.
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Beitragvon Christa » Fr 25 Jul, 2003 9:03

Nachfolgend, für alle die es interessiert, einmal ein paar Interessante Dinge zu Curanderos und Schamanen.
Wissenswert scheint mir vor allem die Möglichkeit, das man sich in Mexiko in verschiedenen Krankhäusern von einem Schamanen -- ganz offiziell in Zusammenarbeit mit Schulmedizinern-- behandelt lassen kann. Diese Form der "Wunderheilung" erzielt Erfolge, wo die Schulmedizin an Ihre Grenzen stößt.
In Guadalajara soll ein regelrechtes Netzwerk aus Schulmedizinern und Schamanen entstehen und Dorfheiler sollen engen Kontakt zu den Krankenhäusern ihrer Umgebung erhalten.
Seit einigen Monaten läuft dieses erste "ethnomedizinische Projekt" in Mexiko - erste Erfolge haben sich bereits eingestellt. Warum auch nicht, schließlich geht es beiden um das Wohl des Patienten - Schulmedizinern und Schamanen.
Schaut auch mal hier:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www. ... cke/29799/

Dies ist vor allen Dingen für Menschen interessant, denen sich nicht die Zeit und die Möglichkeit bietet, a) sich auf die Suche nach einem Schamanen zu begeben und b) sich nicht, durch den begrenzten Aufenthalt in Mexiko, auf evtl. eine Zeit des Wartens einstellen können.


Darstellungen der kosmischen Schlange - am Amazonas, bei den Azteken, den alten Ägyptern oder den Aborigines Australiens. Die zwei Schlangen, die sich wie bei einem Paarungsritual umschlingen, gleichen den beiden Strängen der DNA.

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www. ... cke/29799/
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Beitragvon Christa » Fr 25 Jul, 2003 10:25

Da mich einige Anfragen zu dem Thema: Curandero- Schamanen erreicht haben, möchte ich für alle die es interessiert, nachfolgend ( auf Grund meiner eigenen Erfahrungen) etwas näher auf diesen Themenbereich eingehen.

Das ein Schamanen etwas anderes ist als ein Curandero, und das sich auch die Art der Behandlung unterscheidet, habe ich ja bereits geschrieben. Aber es gibt noch weitere Unterschiede die man wissen sollte.
Es kann z.B. vorkommen, das ein Schamane Jemanden NICHT ( obwohl er es könnte) behandelt.
Ein Curandero hat meistens eine Anlaufstelle ( Praxis, Wohnung usw.) an die man sich direkt wenden kann. In den meisten Fällen geht man zu einem Curandero hin und nicht umgekehrt. Bei einem Schamanen ( mittlerweile gibt es allerdings hier auch Unterschiede) sieht das etwas anders aus. Ein Schamane wird "gerufen". Klingt einfacher als es tatsächlich ist. Man hinterlässt entweder bei einer Person, die den Schamanen kennt, eine Nachricht oder erzählt in einem Dorf, das man die Hilfe eines Schamanen benötigt. Dann muss man warten. Manchmal kurz( bei akuten Dingen wie Knochenbrüche, Verletzungen und einiges mehr), manchmal aber auch sehr, sehr lange. Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich gelernt, das sich ein Mensch "durch dieses Warten" bereits emotional auf eine Heilung einstellt. Menschen, die nicht gewillt sind zu warten, haben meistens die Vorstellung: "ich bin jetzt für eine Woche in Mexiko und nun heile DU mich mal schön."
Aber so funktioniert es nicht. Der Mensch muss nicht nur die Vorstellung haben, das es da jemanden gibt der einen heilt, sondern muss auch durch seinen Willen zu gesunden ( unabhängig wie lange es dauert) und seine Bereitwilligkeit die Basis schaffen, um Selbstheilungskräfte mit in Gang zu setzen.
Wenn diese Menschen die Bereitwilligkeit nicht aufweisen( also ihrer Heilung keine Zeit schenken) , lehnen Schamanen die Behandlung ab. Eine Behandlung würde auch nichts bringen, da die nächste Krankheit schon vorprogrammiert ist.
Ebenso ist der erste Schritt für eine Heilung, die Suche nach einem Schamanen. In diesem Zusammenhang hat man mich schon oft nach der "Adresse" von "meinem" oder anderen Schamanen gefragt. Sucht man auf Grund von einer akuten Sache eine möglichst schnelle Behandlung, so gibt es da die eine oder andere gute "Adresse". Allerdings heißt schnelle Behandlung auch ( und das sollte man bitte bedenken) das ebenso schnell an anderer Stelle, eine neue Krankheit auftreten kann. Wenn der Grund für die Krankheit nicht mitbehandelt wird, sucht sie sich immer wieder neue Ausbruchsstellen. Wenn es jetzt z.B. ein Magengeschwür ist kann es morgen eine böse Knieentzündung sein. Ausgelöst durch ein und den gleichen Grund. Vielen Menschen fällt es leichter, ihre Probleme durch körperliche Schmerzen auszudrücken.
Bei einer langfristigen Behandlung werden Körper und Geist behandelt.
Da ein Schamane nicht NUR die offen vorliegenden körperlichen Beschwerden sehen kann , sondern auch die damit unmittelbar verbundenen geistigen Beschwerden, behandelt er beide
gleichzeitig. Dies geschieht zum einen auf der geistigen Ebene und zum anderen wird ein Patient manchmal emotional ganz schön gefordert und es kann dadurch "verdammt" hart werden.

Man muss also entscheiden, ob man langfristig oder nur für eine kurze Zeitspanne geheilt werden möchte. Sucht man eine langfristige Heilung, so ist es nötig ( und das hat man mir immer und immer wieder beigebracht) das man sich selbst auf die Suche begibt. Man muss es --selbst machen -- und -- nicht machen lassen-- . Ein ganz wichtiger Aspekt.
Mein Schamane sagt: "Wenn es vorgesehen ist, das sich bestimmte Menschen ( z.B. Schamane und Patient ) treffen, dann wird es auch geschehen." Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das nur 100 % bestätigen.

Dieses Suchen hat, genau wie das Warten, einen tieferen Sinn. Der erste Schritt (= die Suche) ist der erste Schritt zur Heilung. Indem ich mich damit beschäftige und mich auf die Suche begebe, stelle ich mich bereits auf eine Heilung ein und öffne damit ungeahnte Willens-Kräfte. Kräfte, die ein Schamane benötig um erfolgreich zu heilen. Wir haben es hier mit Vorgängen zu tun, die weitab von unserer Vorstellungskraft liegen. Auch wenn dieses und anderes oft unverständlich, unerklärlich oder unfassbar klingt so muss man bei einer schamanistischen Heilbehandlung bereits sein, sich vollkommen und ganz darauf einzulassen. Entweder ganz oder gar nicht.
Ein ganz kleines Beispiel um es einmal ein bisschen näher zu erklären:
Man kann bei über 40 Grad Außentemperatur, allein nur durch die Vorstellungskraft, gottserbärmlich frieren. Dazu muss man sich nur stark genug konzentrieren und vorstellen, wie kalt 20 Grad minus sind und wie kalt es sich anfühlt wenn ich dabei barfuss über einen gefroren Boden laufe. Das geht soweit, das man sich vor Kälte schüttelt und eine Gänsehaut bekommt, obwohl in Wirklichkeit 40 Grad plus sind. Genauso kann man sich Krankheiten vorstellen. Wenn ich krank bin und mich ---auch krank fühle-- dann bin ich krank! Allein dieses --sich krank fühlen-- verhindert das Einsetzten von körpereigenen Kräften. Ein Schamane macht im Grunde genommen nicht anderes ,als eine totale Mobilisation der eigenen Kräfte. Ihr habt bestimmt schon davon gehört, das Menschen es geschafft haben, mittels einer unwahrscheinlich starken Willenskraft, sogar Krebs zu besiegen.
Manche Menschen können von sich aus keine solchen Kräfte entwickeln. Dann mobilisiert ein Schamane diese oder er überträgt, bis sich eigene Kräfte entwickeln, seine Kräfte auf den Patienten. Das klingt jetzt alles ein bisschen kompliziert und ich will euch damit nicht verwirren. Wichtig zu wissen ist, das am Anfang einer Behandlung 90% der "Arbeit" bei einem Schamanen liegt . Das Ziel jedoch ist es, das mit und mit die Prozentzahl beim Patienten erhöht wird und zum Schluss 90 % Anteil beim Patienten selbst liegen.
Nun sollte man sich allerdings nicht der Illusion hingeben, das Jede Krankheit heilbar ist. Das wäre schön wenn es so wäre aber das ist leider nur Wunschdenken. Aber manchmal ist für einen Menschen, allein schon eine Linderung der Krankheit, ein großer Gewinn.

Zum Schluss möchte ich allen, die sich auf der Suche befinden, etwas zum Nachdenken mit auf den Weg geben:

Es gab einmal einen Pastor in einer armen Gemeinde, der benötigte dringend ein neues Dach für seine Kirche. Das alte Dach war undicht und der Regen verursachte stärke Schäden im Kircheninnenraum. Der Pastor betete, fastete und flehte Gott immer und immer wieder an ihm doch zu helfen. "Warum schenkst Du mir nicht einen Lottogewinn" fragte er Gott zum Beispiel. Als Gott es nicht mehr mit anhören konnte "sprach" er zu dem Pastor und sagte "Ich will Dir ja helfen, aber wie soll ich dir denn helfen wenn Du bisher noch nicht einmal ein Los für die Lotterie gekauft hast ?

Also: Nicht nur wollen und wünschen - sondern auch etwas dafür tun.

Wenn ihr mehr über schamanistische Lehrlektionen erfahren möchtet ( denn ungefragt möchte ich euch nicht nerven) kann ich euch zum Beispiel einmal davon berichten, wie man das Vertrauen und die Geduld findet wenn man eine Ameise sucht.

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Beitragvon Forelle » Fr 25 Jul, 2003 21:14

Hallo Christa,

hier kann ich dir sehr gut folgen. Ich glaube nicht, dass dies etwas mit "höherer Magie" oder ähnlichem zu tun hat. Der menschliche Wille kann wirklich vieles beeinflussen. Es fängt schon bei kleinen Dingen an: einige meiner Freunde können sich nicht einmal vorstellen, nach Mexiko zu gehen und dort zu leben. Wie soll es denn soweit kommen, dass sie es mal wirklich veruschen? (Müssen sie ja nicht, ist aber ein Beispiel.) So sind auch die Placebo-Effekte zu erklären. Allein der feste Wille und der Gedanke an etwas können zur Heilung beitragen. Andererseits ist es ja sehr bekannt, dass eine schlechte Nachricht bei Erkrankung zu einem schlechteren Zustand führt (und zu einem besseren umgekehrt). So kann ich mir sehr gut vorstellen, dass allein die innere Einstellung und intensive Vorbereitung, die ja nur auf die Heilung hinauszielt, sehr viel schon zun einem guten Zustand im allgemeinen beiträgt.

Ich kenne auch gut das Gefühl, wenn ich mir etwas vorgenommen habe ("Jetzt packen wir es an"). Wenn ich sehe, dass es voran geht, dann fühle ich mich schon viel besser und motiviert zum Weitermachen. Selbst wenn es mal einen Stopper gibt, dann hängt es vom Willen ab, ob man aufgibt oder weitermacht. Ein Blick zurück, wieivel man schon erreicht hat und ein Blick nach vorne, was man noch alles schaffen kann, hilft da ebenfalls. Geduld mit sich selbst ist sehr wichtig.

Ich habe jetzt recht allgemein gesprochen, da dies eigentlich auf sehr viele Bereiche im Leben zutrifft.

Ich denke, dass diese Schamanen sehr viel über die Psychologie des Menschen wissen.

Heike
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Beitragvon Christa » Do 31 Jul, 2003 21:43

Mexikos Indios vertrauen auf ihre traditionelle Heilkunst
Von Klaus Blume, dpa =

Cuetzalan (dpa) - Vor dem Kreiskrankenhaus von Cuetzalan herrscht donnerstags und sonntags immer Hochbetrieb.
Indianische Frauen in ihren blumenbestickten Kleidern und Männer in ihren weißen Baumwolltrachten, die an den Markttagen aus ihren Dörfern gewandert kommen, stehen vor dem Gebäude Schlange, um sich behandeln zu lassen. Dort in Cuetzalan, einer Kleinstadt rund 300 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt, haben sie die Auswahl: sie können einen Doktor im weißen Kittel aufsuchen oder sich einer "Curandera" oder einem "Huesero" anvertrauen.
Letztere sind indianische Heilkundler, die ihre Patienten nach althergebrachter Art mit Salben, Lotionen und Pulvern auf Kräuterbasis, mit Massagen oder mit Beschwörungsformeln kurieren. Aus den Dörfern Mexikos sind sie nicht wegzudenken. Doch selten wird ihnen ein so hervorgehobener Platz eingeräumt wie in Cuetzalan, wo ihnen hinter dem Haupttrakt des "Hospital Integral" eine eigene Abteilung zur Verfügung steht. Denn obwohl Mexiko auf eine 3000 Jahre alte indianische Kultur zurückblicken kann und rund zehn Millionen indianische Ureinwohner zählt, ringt die traditionelle Medizin immer noch um offizielle Anerkennung.
"Unsere Großväter haben uns immer nur mit Pflanzen behandelt", sagt Micaela Perez, eine der in Cuetzalan tätigen Hebammen. In dem Anbau des Hospitals gibt es einen speziellen Raum, in dem Frauen ihre Kinder nach traditioneller Art in der Hocke zur Welt bringen können. Nach der Niederkunft werden die jungen Mütter oft in ein Temascal-Dampfbad geschickt. Hierbei handelt es sich um kleine gemauerte Kammern, die mit heißen Kräuterdämpfen angefüllt werden und in Mexiko schon seit Urzeiten existieren. Ein Besuch im Temascal wirkt auch gegen Knochen-, Muskel- und Gelenkschmerzen Wunder.
Das kleine Hospital besitzt auch ein eigenes Herbarium. Es gibt dort Kräuter gegen Husten und gegen Durchfall, gegen Blutungen und gegen Gallenbeschwerden. Eine kleine Apotheke bietet unter anderem Tropfen gegen Kopfschmerzen und Salben gegen Rheuma an. Auf dem Etikett prangt auf Nahuatl, der Sprache der Azteken, der Zungenbrecher "Masehualpajtli", der Name der Vereinigung der indianischen Heilkundler der Region, die rund 60 Mitglieder zählt.
Jene verstehen sich auch auf psychische oder psychosomatische Erkrankungen. Bei der Diagnose lassen sich die "curanderos" oft von altindianischen Glaubensvorstellungen an Zaubereien und den "Bösen Blick" leiten, was trotz des Geruchs des Aberglaubens dem Heilungserfolg nicht im Wege steht. "Gerade bei psychisch bedingten Erkrankungen ist die traditionelle Medizin viel effizienter als die akademische, und außerdem: wo finden sie auf dem Lande einen Psychologen, Psychiater oder gar Psychoanalysten?" sagt der Anthropologe Carlos Zolla vom Instituto Nacional Indigenista (INI) der mexikanischen Indianerbehörde.
Zolla kämpft in Mexiko seit Jahren für die Anerkennung der traditionellen Medizin. Immerhin sind inzwischen entsprechende Gesetze in Vorbereitung. Für die Indios in Cuetzalan steht die Effizienz ihrer Heilkunst außer Frage. "Schauen Sie, ich bin schon alt und grau, aber mir geht es gut, und ich habe nie im Leben eine Medizin genommen", sagt die Hebamme Marina Lopez (69).
©dpa
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Beitragvon Christa » Mi 06 Aug, 2003 11:37

Am 17. August 2003 um 19.30 Uhr bringt das ZDF einen Film über indianische Schamanen und Medizinmännern.


ZDF-Pressemitteilung / ZDF Expedition in "Magische Welten" / Drei Filme über das chinesische Shaolin, Heilkräfte am Amazonas und polynesische Nomaden

Mainz (ots) - Gegenden, in denen Menschen "magische" Fähigkeiten ausgebildet haben, Landschaften, in denen die Heilkraft der Natur erlebbar ist, Orte am Ende der Welt: Die drei neuen Folgen der ZDF- Expeditionsreihe "Magische Welten" entführen die Zuschauer ab 10. August 2003, sonntags 19.30 Uhr, nach China, an den Amazonas und nach Polynesien.

Zum Auftakt der Reihe beleuchten Lorenz Knauer und Thomas Schuhbauer in dem Film "Shaolin - das Geheimnis des Kung Fu" die faszinierende Welt der chinesischen Kampfkünste - eine Welt, in der der Geist über die Materie siegt und in der physikalische Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt sind. Im Jahre 620 schlugen dreizehn Mönche aus dem Ort Shaolin barfuß und unbewaffnet Zehntausende von Kriegern in die Flucht: die Geburtsstunde des Mythos Kung Fu. Mit der chinesischen Kampfkunsttrainerin Wu Meiling begibt sich das ZDF-Team auf eine Spurensuche quer durch China. In verwunschenen Klöstern, abgelegenen Dörfern und an Bergheiligtümern entdecken die Filmemacher die Quintessenz einer Kunst, die nicht nur den Kampf umfasst, sondern auch ein einzigartiges Wissen über Medizin, Spiritualität und die menschliche Natur.

Die zweite Folge der "Magischen Welten" ist am Sonntag, 17. August 2003, 19.30 Uhr am "Amazonas - Auf der Spur des roten Goldes". Der Film von Susanne Aernecke zeigt, welche Schätze an Naturheilkräften im Regenwald des Amazonasgebietes noch verborgen liegen und wie Pharmakologen und Genforscher den indianischen Schamanen und Medizinmännern noch manches Geheimnis zu entlocken versuchen.

©dpa6.8.2003
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Beitragvon Clara » Mi 06 Aug, 2003 16:25

Hallo Christa
habe den Bericht - die Berichte mit Interesse gelesen.
Nun noch eine Frage: wie verständigt man sich mit den Curanderos oder Schamanen?
Wer übersetzt denn?

Und was die Heilung betrifft: so ungläubig wie auch ich Deinen Bericht las (nicht aber der Echtheit zweifelnd) über weitestgehende Heilung - so ungläubig darf man wohl bei einer Behandlung nicht sein - dann schlägts nicht an, vermute ich mal.

Jedenfalls ein interessantes Thema so aus erster Hand
lieben Gruß von Clara (:-()
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Beitragvon Christa » Do 07 Aug, 2003 14:19

Hallo Clara,
sich mit Curanderos oder Schamanen zu verständigen ist kein so großes Problem. Die meisten die ich kennen gelernt habe, sprachen entweder spanisch oder es gab Jemanden in ihrer Nähe der die spanische Sprache beherrschte. Und wenn gerade mal Niemand in der Nähe war, der spanisch sprach, so war die Kommunikation trotzdem kein Problem da man sich entweder auf anderer Art und Weise verständigte oder man wusste ( frag mich nicht woher und wieso- vielleicht einfach Instinkt) auch so was der jeweils andere wollte.

Nun, was die Frage zum Glauben an einer Heilung betrifft, so ist diese nicht ganz so einfach zu beantworten.
Klar, durch den Glauben werden natürlich die Selbstheilungsprozesse in Gang gesetzt ( ein sehr wichtiger Faktor) aber es gibt auch Arten von Heilungen welche funktionieren ( kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen) wenn man nicht daran glaubt oder wenn man zuerst gar nicht mitbekommt, das ein Schamane ?arbeitet? .
Z.B. bei einem unserer stundenlangen Märsche durch den Dschungel hatte ich einmal tierische Kopfschmerzen bekommen aber nichts davon gesagt. Bei einer Rast stelle sich der Schamane dann wie zufällig hinter mich, was ich jedoch nicht weiter beachtete. Plötzlich merkte ich jedoch, das in meinem Körper irgend etwas vorging und ich fühlte mich fast so als wenn ich schweben würde ( saß dabei jedoch immer noch auf dem Boden!). Als das vorbei war, hatte ich das Gefühl stundenlang vollkommen entspannt geschlafen zu haben ( in Wirklichkeit waren aber knapp 10 Minuten vergangen )und meine Kopfschmerzen waren komplett weg. Jetzt versuche das mal zu erklären. So gibt es viele Dinge die ich gesehen habe, die man jedoch einfach nicht erklären kann.

Viele liebe Grüße
Christa
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Beitragvon Christa » Mo 27 Okt, 2003 16:06

Verfasst am: Do 03 Jul, 2003 11:10 am
Titel: Mexikanische Heiler im Kampf gegen Diabetes


Dazu findet man jetzt auch einen Bericht in:
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
----------------------

Pflanzliches Mittel gegen Diabetes
Quelle:
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
Gesendet am / um:
27.10.2003 - 07:52 Uhr

Hamburg (ots) - Die Volkskrankheit Diabetes kann mit einem
pflanzliches Mittel wirksam behandelt werden. Im mexikanischen
Hochland wenden Schamanen schon lange ein spezielles Heilwasser zur
Blutzuckersenkung erfolgreich an. Der Bonner Wissenschaftler Helmut
Wiedenfeld hat jetzt die Wirkung des pflanzlichen Mittels bestätigt
und will es als Medikament auch auf den hiesigen Markt bringen. Das
berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC in der November-Ausgabe (EVT
27.10.2003).

Quelle:
http://www.newsaktuell.ch/d/story.htx?nr=100468161
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Heilen wie die Schamanen

Beitragvon Christa » Di 25 Nov, 2003 21:33

Mittwoch, 26. November 2003

Heilen wie die Schamanen
Ein Naturheilmittel hilft Einheimischen in Mexiko bei Diabetes.
Nun wird die Arznei von Medizinern getestet-
Julia Bidder

Guarumbo oder auch Chancarro nennen die mexikanischen Einheimischen einen schnell wachsenden Baum, der in tropischen und subtropischen Regionen in ganz Mittelamerika gedeiht.
Aus seinen Blättern gewinnen die Curanderos, die Heiler der Einheimischen, eine Medizin für Zuckerkranke.
Künftig soll dieses Naturheilmittel auch deutschen Diabetikern helfen, ihren erhöhten Blutzuckerspiegel wieder in den Griff zu bekommen. Ethnopharmakologen untersuchen mit wissenschaftlichen Methoden, wie Heilkundige verschiedener ethnischer Gruppen in aller Welt Kranke behandeln - etwa in Mexiko, Peru, aber auch in Indien, Tibet und China. Helmut Wiedenfeld, Pflanzenchemiker und Pharmazeut an der Universität Bonn, hat sich eingehend mit der Heilwirkung mexikanischer Pflanzen beschäftigt.
Er erforscht, wie Heiler der Nachfahren von Azteken und Maya Einheimische behandeln, die unter Diabetes Typ 2 leiden. Aufguss statt Tabletten
Bei diesem so genannten Altersdiabetes produzieren die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse zwar ausreichend Insulin. Dieser Botenstoff sorgt bei gesunden Menschen dafür, dass die Zellen des Körpers Zuckermoleküle aus dem Blut aufnehmen.
Beim Diabetes Typ 2 reagieren die Körperzellen aber nur noch schlecht auf den Botenstoff und nehmen zu wenig Zucker auf.
In Europa wird der Altersdiabetes meist mit Tabletten behandelt, die helfen, die Körperzellen wieder empfänglich für Insulin zu machen.
Da Übergewicht und mangelnde Bewegung die Entstehung von Diabetes Typ 2 begünstigen, gilt diese Form der Zuckerkrankheit hier zu Lande als Zivilisationskrankheit.
In Deutschland leiden etwa acht bis neun Prozent der über 50-Jährigen daran und sind deshalb in medizinischer Behandlung. Weitere acht Prozent haben Diabetes, ohne davon zu wissen.
Laut Schätzungen der Deutschen Diabetes-Stiftung wird sich die Zahl der Zuckerkranken in der Bundesrepublik bis 2010 verdoppeln.
Aber auch in industriell weniger entwickelten Ländern wie Mexiko ist das Leiden weit verbreitet.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird es 2010 in Mexiko zehn Millionen Diabetiker geben. Jeder Siebte wird dort an dieser Krankheit leiden.
"Der Diabetes-Boom in Mexiko geht zum Teil auf die genetische Veranlagung der Einheimischen zurück", erläutert Wiedenfeld. Doch auch andere Faktoren führen dazu, dass immer mehr Mexikaner an Diabetes erkranken. Mittlerweile gebe es koffeinhaltige, zuckerreiche Limonaden bereits in den abgelegensten Dörfern, berichtet der Bonner Forscher. Deren Konsum begünstigt Diabetes bei Menschen mit entsprechender Veranlagung.
"Einige Schamanen haben mittlerweile erkannt, dass zwischen süßer Limonade und süßem Urin ein Zusammenhang besteht, und empfehlen Betroffenen, nur noch Limo mit Süßstoff zu trinken", sagt Wiedenfeld.
Er und seine Kollegen fahndeten in einer breit angelegten Studie in sämtlichen mexikanischen Bundesstaaten nach einheimischen Gewächsen mit Heilwirkung bei Diabetes.
Sie stießen dabei auf mehr als hundert Arzneipflanzen, die Schamanen bei Zuckerkranken einsetzen.
Darunter sind Asterngewächse wie Ageratina- oder Eupatoriumarten, die mit unserem heimischen Wasserdost verwandt sind.
Vier davon werden zurzeit in Bonn und Mexiko untersucht, darunter auch der Baum Guarumbo oder Chancarro, wissenschaftlich Cecropia obtusifolia genannt.
Aus den Blättern dieser Pflanze stellen mexikanische Schamanen für Diabetiker einen kalten Aufguss her: das Agua de Uso - Wasser zum Gebrauch.
Patienten trinken von der trüben Flüssigkeit täglich zwei Tassen, um ihren Blutzuckerspiegel zu normalisieren.
Wiedenfeld und sein Team analysierten den Pflanzenextrakt und identifizierten bereits mehrere Wirkstoffe, darunter Isoorientin, Chlorogensäure sowie einige Flavonoide.
Wie sie genau wirken, wissen die Forscher noch nicht. Aber im Laborexperiment vermochte ein Cecropia-Extrakt den deutlich erhöhten Blutzuckerspiegel diabetischer Ratten für etwa sechs bis acht Stunden zu normalisieren.
Schon eine einzige Gabe von in Wasser gelöstem Trockenextrakt senkte nachweislich erhöhte Blutzuckerspiegel.
Damit war Cecropia die wirksamste Heilpflanze, die Wiedenfeld und sein Team bisher untersucht haben.
Publikationen zu aktuellen Untersuchungen sind zurzeit in Vorbereitung. Zudem läuft eine erste klinische Studie mit 20 Patienten in ei-nem mexikanischen Krankenhaus. Weitere Studien sollen folgen, denn ein deutsches Pharmaunternehmen hat bereits Interesse an der Naturarznei gezeigt.
Wie bei allen Naturheilmitteln schwankt auch bei Cecropia der Wirkstoffgehalt je nach Erntezeitpunkt und Alter der Pflanze. Die Bonner Forscher ermitteln zurzeit ein Wirkstoffprofil, in dem auch solche Schwankungen genauestens erfasst werden - ein bei Naturheilmitteln gängiges Verfahren. Ziel ist es, einen standardisierten Pflanzenextrakt zu entwickeln, bei dem der Gehalt der wirksamen Substanzen nur noch minimal schwankt.
Cecropia lässt sich in Mittel-amerika hervorragend kultivieren. In Europa müsste die Pflanze hingegen in Gewächshäusern gezüchtet werden.

Daher möchte Wiedenfeld die Heilpflanze im großen Stil in Mexiko anbauen lassen - auch, um den einheimischen Bauern eine neue Einnahmequelle zu sichern.

Doch möglicherweise lassen sich die Wirkstoffe auch auf biotechnologischem Weg gewinnen: "Wir erproben zurzeit, ob auch Zellkulturen von Cecropia die gewünschten Wirkstoffe im Labor produzieren können", sagt Wiedenfeld.

Das Originalrezept der mexikanischen Schamanen könnte in Deutschland nie zugelassen werden, denn der Aufguss ist nur einen Tag haltbar. "Die Wirkstoffe zersetzen sich schnell. Außerdem könnten Bakterien und Pilze den Heiltrank verunreinigen", erläutert der Bonner Chemiker.
Seine Arbeitsgruppe hat bereits herausgefunden, wie man die Zubereitung der Blätter technisch nachahmen kann: ein speziell hergestellter Trockenextrakt von Cecropia wirkt genauso wie das Agua de Uso.
"Diesen Extrakt könnte man beispielsweise in Gelatinekapseln füllen und in dieser Form als Medikament auf dem deutschen Markt zulassen", sagt Wiedenfeld.
Denkbar sei auch eine preiswertere Darreichung als Instant-Tee, etwa für die mexikanische Bevölkerung.
Medikament aus den Tropen
Doch das Naturheilmittel Cec-ropia ist nicht frei von Nebenwirkungen.
So können Extrakte aus der Pflanze Übelkeit und allergische Reaktionen auslösen.
Wiedenfeld ist jedoch zuversichtlich, dass das Wissen der Schamanen auch dieses Problem lösen kann:
"In der Ethnopharmakologie können wir auf jahrhundertelange Erfahrungen mexikanischer Heiler zurückgreifen und dadurch Nebeneffekte minimieren."
Die Wissenschaftler ahmen die Schamanen nach, indem sie zum Beispiel das Medikament in der gleichen Dosis und zur gleichen Tageszeit verabreichen wie die Einheimischen.
Die Mexikaner trinken das Agua de Uso morgens und abends vor den Mahlzeiten.
"Auch deutsche Diabetiker sollten das Medikament nüchtern einnehmen", folgert Wiedenfeld. Er glaubt, dass der Cecropia-Extrakt gute Chancen hat, hier zu Lande zugelassen zu werden.

Damit wäre es laut Wiedenfeld das erste Medikament, das von Ethnopharmakologen entdeckt wurde und in Deutschland auf den Markt kommt.

Wann Cecropia-Präparate hier erhältlich sein werden, kann der Bonner Wissenschaftler allerdings noch nicht sagen.

Quelle:
http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... 95828.html
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Schamane aus Campeche

Beitragvon Christa » Sa 08 Mai, 2004 20:23

Diplomatisches Berlin
von Silvia Meixner

Wenn der Schamane genug des Bösen angesammelt hat, fährt er ans Meer und wirft es symbolisch in die Fluten.
Daheim, in Campeche, Mexiko. In dieser Woche war Felipe de Jesús Poot Chan zum ersten Mal in Berlin. Eine Dienstreise gewissermaßen. Im Auftrag des Patriotismus, es galt, das Bundesland Campeche bekannt zu machen.
Der Mann in weißem Hemd und weißer Hose erklärte den Gästen des mexikanischen Botschafters Jorge Castro-Valle Kuehne, wie sein Arbeitsalltag aussieht:
Wer einen Schamanen aufsucht, glaubt an dessen Fähigkeit, Mittler zwischen den Menschen im Diesseits und den Geistern des Jenseits zu sein. Die guten Geister sollen den Menschen helfen, die bösen Geister gebannt werden.
Menschen mit Problemen werden im Haus von Felipe de Jesús zuerst "gereinigt". Dies geschieht mittels Kräuterzweigen, gern aus Lorbeer, die der Schamane ("Zauberpriester", "Geisterbeschwörer") durch die Luft schwenkt (und anschließend im Meer versenkt).

Felipe de Jesús hilft, wenn es im Leben nicht so richtig läuft, er weiß, wie man Krankheiten oder Liebeskummer heilt und sich die Gunst der Toten erhält. Wichtig sind Blumenopfergaben, wobei darauf zu achten ist, dass diese orange sind, weil die Toten angeblich nur diese Farbe sehen können.

In der mexikanischen Botschaft hatte der Schamane einen kleinen Altar aufgebaut: Kerzen, Weihrauch, Rum, als Opfergaben die Überreste eines gekochten Huhnes.
Der Mann übt seinen Beruf seit 18 Jahren aus, lernen kann man das nicht, er hat, wie er erzählte, seine Fähigkeiten von seinem Großvater übernommen.

Angesichts seiner Anwesenheit verblassten die anderen touristischen Bemühungen Campeches ein wenig.
Die Gäste erfuhren unter anderem, dass in Campeche von 600 v. Chr. bis 1420 n. Chr. die Maya lebten und dass man aus Orangenhälften Nähkissen herstellen kann.
Für den Fall, dass solche Gegenstände im 21. Jahrhundert überhaupt noch eine Bedeutung haben.

Artikel erschienen am 9. Mai 2004
Quelle:
http://www.wams.de/data/2004/05/09/275378.html
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Mercado de Sonora

Beitragvon Christa » Do 13 Mai, 2004 15:53

Mercado de Sonora

Hexen, Heiler, Hokuspokus
Auf dem Hexenmarkt von Mexico City

Wer schon immer einmal eine Vogelspinne als Maskottchen tragen, vom "Salz der sieben Meere" kosten oder Glück in Tüten kaufen wollte, der wird auf dem "Mercado de Sonora" fündig, dem Markt der Hexen und Heiler in der mexikanischen Hauptstadt.

Der Weg mit der U-Bahn ist mit geschlossenen Augen zu finden:
An der Station "Merced" strömt ein würziger Geruch nach Zwiebeln und Knoblauch ins Abteil, denn hier befindet sich neben dem Sonoramarkt auch "La Merced", der größte Lebensmittelmarkt Mexikos, wenn nicht Zentralamerikas.
Der Patient, Glückssucher, Esoterikfan kann aus der Metro direkt in die riesige Markthalle gelangen, und wird gleich zum Gourmet, denn es erwarten ihn Berge aus verführerischem exotischem Obst, Gefäße bis an den Rand gefüllt mit Gewürzen, Säcke mit getrockneten Shrimps und Heuschrecken, mit Pilzen und gedörrten Früchten, Tortillas in allen Farben des Maises, riesige Platten mit klebrigen Süßigkeiten, Türme aus Mais- und Bananenblättern, die später gefüllt zu "Tamales" werden, dem Frühstück des kleinen Mannes.

Hunderte konkurrierender Markthändler bitten um die Gunst des Marktbesuchers auf seiner Reise durch die Farben und Gerüche. Scharen fliegender Händler erschweren zusätzlich das Durchkommen in den dunklen Gängen. Kleine, ins Marktgeschehen integrierte Restaurants laden zum Verweilen ein mit ihren brodelnden Töpfen, aus denen zuweilen ein Hühnerbein ragt, den bunten Soßen in irdenen Schalen und den "Tacos al Pastor", kleinen Tortillas mit einer Füllung aus über offener Flamme geröstetem Fleisch.
Gleich daneben kann der brennende Gaumen mit einem frischen Saft aus Orangen, Papayas oder Guayabas wieder gelöscht werden.

Der Kunde des Sonoramarktes sucht jedoch keine Gaumenfreuden, sondern Reinigung von Körper und Seele, und strebt daher schnell dem verwinkelten dunklen Labyrinth von Sonora zu, in dem - welch paradoxe Mischung - Tiere, Heilkräuter, Hexerei und Plastikspielzeug zum Verkauf stehen.
Vorbei an den ausgesuchten Hässlichkeiten billiger Spielwaren, steht man vor den aufgetürmten Käfigen und Verschlägen der Tierhändler, welche so manchen ausländischen Besucher mit deftigen Scherzen empfangen.
Nach wenigen Minuten sind die Geruchsnerven vom scharfen Geruch der Tierexkremente wie betäubt, die Ohren hallen wieder vom Gezwitscher Hunderter von Vögeln und dem Gebell und Gejaule der Hunde.

Auf engstem Raum zusammengepfercht warten hier unzählige Tiere auf einen Käufer, um gleich darauf von einer neuen Kreatur abgelöst zu werden. In dieser Hölle für Tiere ist jedes Lebewesen zu haben, das in Mexiko noch in freier Wildbahn zu finden ist.
Neben gewöhnlichen Haustieren, die förmlich in ihren Drahtgestellen gestapelt sind, werden viele "Raritäten" im wahrsten Sinne des Wortes angeboten.
Nicht wenige der Tiere stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie der buntschillernde, mitgenommen aussehende Tukan, der noch in den letzten Urwäldern Mexikos zu finden ist.
Einst stolze Greifvögel sitzen in Käfigen, in denen sie mit eingezogenem Kopf gerade so Platz finden.
Ein kleiner Affe versucht sich erschreckt vor den neugierigen Blicken der vorbeiströmenden Menschenmenge zu verstecken.
Ein junges Krokodil ist noch zu haben, eine halbtote, von Kisten eingemauerte Riesenschildkröte, Klapperschlangen lebend, getrocknet oder als Pulver, Kröten, Leguane, Vogelspinnen.
Ein Hund, eine Katze und ein Gürteltier müssen sich einen Käfig teilen - noch haben sich nicht zerfleischt.

Ein von Kerzen beleuchteter Schrein mit Heiligenfiguren, denen statt Tränen Blut aus den Augen läuft, markiert den Übergang zum interessantesten Teil des Marktes, in dem die Utensilien für Heilung und Hexerei angeboten werden.
Keiner geht hier vorüber, ohne sich zu bekreuzigen, angeblökt von der Ziege, die direkt daneben festgebunden ist.
Der beißende Gestank des Tiermarktes weicht jetzt den Gerüchen von Heilkräutern, Weihrauch und brennenden Kerzen. Endlich am Ziel, wird der Besucher von den Lockrufen der Händler umschwirrt: "Qué buscas, guero (Was suchst du, weißer Mann)", "wir haben alles, was du brauchst, bonita (schöne Frau)", "preguntale! (fragen Sie!)".
Die Hemmungen vor peinlichen Fragen abzubauen, ist das Ziel der Händler, denn keiner fragt ohne Scheu nach einem Mittel, seine Xanthippe in den Griff zu bekommen oder der Tochter den Teufel auszutreiben, oder nach einer aphrodisierenden Mixtur.

Jeder Marktstand für sich gleicht einem "Supermarkt" der Zaubermittel und Kultgegenstände, bis an die Decke türmen sich Lösungen für jeden Lebensfall, Medikamente für jede bekannte Krankheit, Zauberpulver für jede Hexerei, Insignien aller Religionen dieser Welt. Heiligenfiguren stehen neben Schrumpfköpfen, leidlich getrocknete Tierhäute hängen neben Totenschädeln, alte Indianermasken verdecken die laufende Gameshow im unverzichtbaren Fernsehapparat; hier prallen Welten und Jahrhunderte aufeinander.

An der Decke aufgehängte Bündel von Heilkräutern streifen das Gesicht des Passanten, die Augen schwelgen in den Farben wie die Nase in den Gerüchen, die den Säcken mit Teemischungen aus Blättern, Wurzeln und Rinden entströmen.
Hier und da springen Kolibris ins Auge, ausgestopft und wie Käfer aufgespießt, verwendet zum Schutz von Heim und Familie, als Glücksbringer im Auto und am Arbeitsplatz.
Daneben gibt es Pulver für alle Lebenslagen, nach dem Duschen auf den Körper zu reiben: Eines für die ungehorsame Frau, eines für den nicht zu erweichenden Geliebten, eines zum Anziehen von Reichtum, eines gegen die böse Schwiegermutter.
Einfacher ist die Anwendung von Sprays, die, gleichsam als "modernes Amulett" aufgetragen, Böses fernhalten oder als "Exorzistenspray" zuverlässig den Teufel austreiben.

Auf die Frage nach einer verläßlichen "bruja" (Hexe) verweisen die Markthändler immer wieder auf die sogenannte "Morenita", die im belebtesten Teil des Marktes hinter einem kleinen Stand die "limpia", eine Reinigung von Körper und Seele, durchführt.
Zum Preis von umgerechnet acht Mark kann man sich von allem anhaftenden Bösen befreien lassen - ein echtes Schnäppchen.
Die Patienten im "Wartezimmer" unter einem Baldachin aus herabhängenden Heilkräutern stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten; der Gang zur "limpia" ist nichts, dessen man sich schämen müßte.
Einem jungen Mann wurde die "Morenita" bei einem Aufenthalt auf Kuba empfohlen, seitdem kommt er wöchentlich. Ab jenem Zeitpunkt, so berichtet er, war seine Pechsträhne zuende, es ging geschäftlich aufwärts, und er blieb permanent vor "schlechten Freunden" geschützt, wozu auch die vier nie abzulegenden Amulette beitragen, die er nach den Anweisungen der "bruja" ausgewählt hat. Während seiner begeisterten Schilderung steigt aus dem kleinen Behandlungsraum, der vom Marktgeschehen nur durch eine mannshohe Mauer abgetrennt ist, Qualm auf, Fetzen von Gebeten dringen heraus.

Der eintretende Patient stellt sich aufrecht gegen die Wand, und wortlos beginnt die kleine unscheinbare Frau in der Kittelschürze ihn mit einem der Wundersprays einzusprühen.
Die Reinigung beginnt mit einem rohen Gänseei, mit dem der Patient energisch bestrichen und beklopft wird.
Die Hexe verfällt in ein Gemurmel aus christlichen Gebeten und geheimnisvollen Formeln, die das Böse vertreiben, Kraft und Mut geben und den Körper schützen sollen.
Systematisch und mit wechselnden Utensilien wird das Übel aus dem Körper herausgestrichen und -geklopft.
Die Behandlung gipfelt, nachdem der Patient mit einer dicken, noch lebenden Kröte von allen Seiten bestrichen wurde, in einer Stichflamme, die zu seinen Füßen förmlich aus dem Boden schießt. Zum Abschluss gibt es noch Handlungsanweisungen, die zur Lösung seines individuellen Problems zu Hause auszuführen sind, z.B. durch das Abbrennen geweihter Kerzen neben dem Bett, dem Verbrennen von Steinen, die das Problem des Patienten vorher aufgesaugt haben oder der Spezialbehandlung mit einer Rose bei Liebeskummer.

Neben der "limpia" managt die Hexe noch den Handel mit Heilkräutern und Amuletten, empfängt Geld und läßt das gesamte Patriarchat ihrer Familie - für Mexiko ungewöhnlich - nach ihrer Pfeife tanzen.

Wer den Mercado de Sonora besucht, taucht in eine andere Welt ein, eine Welt der Magie und Gläubigkeit.
Selbst mancher Mexikaner, der hier zum ersten Mal eintritt, ist überwältigt von der Begegnung mit einem wichtigen Teil der eigenen Kultur und Vergangenheit.
Die Existenz eines solchen mystischen, auf jahrhundertealten Traditionen gegründeten Ortes in einer modernen Stadt wie Mexico City liegt in der Neigung der Mexikaner zu Metaphysik, Spiritualität und Religiosität begründet. In großen Teilen der Bevölkerung herrscht eine Mischung aus katholischem Glauben, verkörpert im Marienkult, aus Elementen der alten indianischen Religionen, aus Aberglaube und neuen esoterischen Ideen.

Bericht von:
© Oliver Gerhard
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Beitragvon Clara » Do 13 Mai, 2004 16:24

huhu, mitleser
immer wenn die benachrichtigungen kommen blätter ich mal - meist sind sehr schöne artikel dabei - wie eben dieser von oliver gerhard.
einfach fantastisch - da brodelt es richtig drin.
hat der auch ne homepage?

seid gegrüsst - auch wenn ich fern bin.
lieben Gruß von Clara (:-()
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Beitragvon Christa » Do 13 Mai, 2004 18:09

Hallo Clara,
Oliver Gerhard hat eine wunderbar fesselnde Art des Schreibens.
Der Bericht ist mir einmal zugesandt worden.

Aber auf der Homepage:
http://www.foto-reportage.de/site.htm

findest Du von ihm:
· Foto-Highlights
· Geisterstadt Real de Catorze
· Fest der "Jungfrau von Guadalupe"
· Huasteca Potosina
· Ausgrabungsstätte Cantona

Liebe Grüße
Christa

P.S. Hast lange nichts mehr von Dir hören lassen und ich habe Dich schon vermisst.
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Gibt es auch Fotos?

Beitragvon Svenja » Fr 14 Mai, 2004 18:38

Hallo Christa,

der Bericht ist klasse.
Ich war schon so oft in Mexico City, aber noch nie auf dem Mercado de Sonora oder La Merced.
Fernando meint es wäre dort (in der Gegend von La Merced) sehr gefährlich.
Ich weiß es nicht, deshalb wäre es toll Fotos von den Mercados zu sehen.
Kennst du einen Link?

Oder hat sonst jemand Verweise oder Fotos?
Würde mich sehr interesieren.

Svenja
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Beitragvon Christa » Fr 14 Mai, 2004 20:39

Hallo Svenja,

nachfolgend ein paar Bilder und Links:

Bild

Quelle und mehr Bilder:

mehr Bilder:

und hier

Liebe Grüße
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